Ein Rückblick

10. Juli, 2008 at 12:17 | In Blog | 4 Comments
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Zwölf Jahre sind eine lange Zeit. Eine Zeit mit vielen Veränderungen und Herausforderungen. Manches ändert sich, Manches bleibt beim Alten und Vieles wird vergessen.

Doch insbesondere die letzten zwei Jahre, jene magischen vier prüfungsrelevanten Halbjahre die wir hinter dem Berg verbrachten, waren auf wundersame Weise besonders interessant.

Was gab es da alles zu entdecken? Neue Menschen, neue Bausubstanz, neue Gerüche und Anblicke hier und dort und nicht zuletzt brandneue -wenn auch nicht mehr taufrische- Lehrkörper, die diesen Namen reiflich verdient haben.

Vom ersten Tage in der großen Seidenblumen - und Kreisstadt stand der Lehrplan und das zu erfüllende Soll endgültig im Hintergrund, wenngleich es bei Vielen ohnehin schon immer da stand. In den Vordergrund rückte nun stattdessen das gegenseitige Kennenlernen und Arrangieren mit den häufig fremdländisch anmutenden Kulturen.

In Nachhinein wird klar, so anders waren die Herren und Dämlichkeiten jenseits der natürlichen Barriere im Gros garnicht. Nur einige kleine, extremere Grüppchen waren es, die für Verunsicherung und vorsichtiges Abstandhalten sorgten. Denn waschechte oder besser unwaschechte und handbemalte Ökos mit christlichem Unterbau und musikalischen Roots hatten wir bisher einfach nie. Theoretisierende, fragenstellende und lehrerbejahende Streber zumindest nie in der Anzahl und Ausprägung.

Somit war Vieles neu. Doch nicht nur menschlicher und psychosozialer Natur. Nein, auch die einzigartige -im Winter klirrend kalte, im Sommer drückend heiße, bei Schnee gern vereiste und bei Regen auch häufig überflutete- Bausubstanz stellte uns vor neue Herausforderungen. Und auch der nun allmorgendlich anstehende Bustransfer mit leicht schräg anmutenden Busfahrerlaiendarstellern tat ein Übriges.

Dennoch, bei allen Unannehmlichkeiten und Neuerungen - einige Dinge ändern sich schlichtweg nie. Lehrer sind und waren hüben wie drüben unverständliche, wild mit den Armen in der Luft herumfuchtelnde Wesen einer anderen Dimension. Insbesondere in den heiter und zum teil eher stand-up mäßigen Gemeinschaftskunde-, Deutsch- oder auch Mathematik-Stunden ist mir dies mit schmerzendem Zwerchfell klar geworden. Hier wurde wie “zu Hause” gewitzelt, geärgert und gefachsimpelt, nur eben nie zum eigentlich veranschlagten Thema. Schließlich gab es Wichtigeres zu klären als das, was diese sympatisch verschrobenen Komparsen uns da jemals hätten vermitteln können.

Nicht zuletzt waren es auch meine Leistungskursfächer, die Geschichte und das liebe Englisch, welche hier in dieser magischen Stadt der künstlichen Blumen und Hüftgelenke, eine ganz neue Prägung bekamen. Waren sie bisher eher vom Fakten- und Vokabellernen, knallharten und erbarmungslosen Angstlehrern geprägt, so wurden sie mit Übertreten der magischen zehnten Klasse plötzlich eher locker und familliär.

Doch nicht das dies zur Verbesserung des allgemeinen Schnittes oder Niveaus geholfen hätte, nein es war vielmehr ein Wechsel der Philosophie die ebensoviel Lockerheit wie Inkompetenz heraufbeschwor und uns auf das spätere Berufsleben mit ungewöhnlichen Kollegen bestens vorbereitete.

So bleibt also abschließend nur noch Eines festzustellen. Schön war es, einzigartig noch dazu.

Und wie wir alle täglich lernen mussten, Spinner und Idioten gibt es hier und dort, auch wenn sie in einigen Ecken des Schulhauses-besonders vielleicht auf Ebene des Vertretungsplanes- gehäufter auftraten als anderswo.

Lehrer sind überdies auch nur Menschen mit Hang zum Parkkostensparen oder Alkoholkonsum, die insbesondere in dieser Hochleistungsstufe mit eigener und fremder Müdigkeit und Erschöpfung schwerstens zu kämpfen hatten oder die mit flammenden und nebensatzreichen Endlosreden den heroischen Kampfgeist der Abitur -und nicht der Bummistufe- heraufbeschworen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Abiturienten, Freundinnen und Freunden sowie den Spinnern, Ökos und unfreiwilligen Komödianten dieser Stufe ein frohes weiteres Leben. Und den Lehrern kann ich nur wünschen, das sich ihre Suchtprobleme und Betablockerabhängigkeiten, aber auch ihre geopferten Stunden und ihr ganzes an den Tag gelegtes Herzblut letztlich ausgezahlt haben. Denn Viele gingen an ihre Grenzen - und weit darüber hinaus. Gute Erholung mit den nächsten Rohdiamanten, vom Querschnitt sind die uns nämlich garnicht unähnlich.

Maik

Gratulation Spanien

29. Juni, 2008 at 23:22 | In Blog | 1 Comment
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Endlich ist es vorüber. Nach einem schweißgebadeten Angstfinale ist die EM nun Geschichte. Wir sind unerwartet bis ins Finale gekommen, haben aber hier berechtigterweise - wie es mir sehr schwer fällt zu sagen - unseren Meister in einer tollen spanischen Mannschaft gefunden. Ewig konnte das berühmtberüchtigte 4-2-3-1-System dann doch nicht über die Makel des deutschen Spiels hinwegtäuschen. Was gegen die Portugiesen dank guter Einzelleistungen und starker 20 Minuten reichte, gegen die Türkei dann schon nur noch durchgezittert wurde, war nun wirklich nicht genug um damit Europameister zu werden. Entschuldigt Jungs, aber beim nächsten Mal vielleicht.

Nichtsdestotrotz gratuliere ich der deutschen Mannschaft auch zu einer guten bis stellenweise sehr guten EM in der sie mit großen Minuten, einigen alten und neuen Bekannten sowie vielen Toren überraschte. Leider waren es am Ende dann doch ein Paar zu wenig.

Da man aber ja immer auch etwas Gutes in den schlechten Dingen dieser Welt sehen soll. Endlich packen die dunkeldeutschen Fahnenschwenker und Suffgröhlköpfe ihre Fahnen wieder ein, stecken ihren hirnfreien Fußballpatriotismus dahin, wo er hin gehört und gehen wieder in ihre weltfremde und gesellschaftsneutrale Seifenblase aus Metrosexualität, Arroganz und Verkennung der eigenen Möglichkeiten zurück. In diesem Sinne gebührt der deutschen Elf vielleicht sogar noch mehr Dank, denn sie hat mit ihrer Niederlage diesen Akrobaten des geistigen Zerfalls keinen Grund mehr geliefert, über die Leistung Anderer ihre eigene Unfähigkeit zu allen Dingen zu überspielen.

In zwei Jahren gibt es dann die nächste Chance und ich wünsche den Mannen auch dafür schon viel Glück im Voraus. Solange muss sich aber jeder wieder um sein eigen Süppchen kümmern und so Mancher wird dabei erstaunt über seine Abiturnoten oder ähnlich traurig-weltliche Erkenntnisse stürzen.

Maik

Weiter gehts

27. Juni, 2008 at 10:45 | In Blog | 1 Comment
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Nach reiflichen Überlegungen bin ich zu dem Schluss gekommen, das es hier einfach weiter gehen muss. Dies wird in den nächsten Tagen auch ganz sicher passieren.

Die Kommentarbedingungen sind nun dank einiger nerviger Spamselbstdarsteller mit Hang zu rosa und Aktphotos ein wenig verstärkt, die Autospamliste auf diverse Schlagwörter geeicht und bald wartet sogar ein redirect zur Simpsons-Homepage auf die Spammerfreunde. Denn da gehören sie hin, jeder weiß warum. Nur  das ist mir jetzt zu aufwändig. Akismet kümmert sich derweil darum.

Maik

Es geht wieder los

9. Juni, 2008 at 11:29 | In Blog | 2 Comments
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Die EM hat begonnen. Und auch, wenn sie diesmal nicht direkt im eigenen Land stattfindet, so ist die räuliche Nähe dennoch sehr groß. Denn die alten Alpenfreunde Österreich und Schweiz - selbst natürlich große, erfolgreiche und alte Fußballnationen voller Tradition - sind dieses Mal die Ausrichter.

Und wieder aller Erwartungen schlagen sich die Gastgeberländer garnicht einmal schlecht. Die Schweiz ringt sich sturmgeschwächt gegen freudlos rumgurkende Tschechen ein 0:1 ab, welches aber auch ganz anders hätte aussehen können und die Nachbarn trotzten in einem eben so unerwarteten Spiel den lust - und ideenlos kickenden Kroaten ein umjubeltes 0:1 ab.

Niederlagen, zugegeben, aber nach der Medienpräsens der letzten Tage und Wochen sind diese Länder über die Ergebnisse und vor Allem über die gezeigten Leistungen sicherlich mehr als zufrieden. Denn sie sind nicht einfach nur da, wie man es so oft hinstellte, richten die EM aus und haben ansonsten bei dem Turnier absolut nichts verloren. Nein, sie fügen sich in ein homogen schlecht spielendes Gruppengegnerensemble völlig unauffällig ein.

Und wo wir gerade bei den Gruppengegnern sind. Das zweite Spiel der “Mördergruppe A”, Portugal gegen die Türkei endete 2:0 und war auch so garnicht wirklich schön anzusehn. Aber das kann ja alles noch werden, richtig interessant ist sowieso eher die anstehende Begegnung Schweiz-Türkei, um einmal zu sehen, wer diesmal wen aus dem Stadion hetzt.

Doch trotz dieser Fußballfeuerwerke wird sie, liebe Leser natürlich vor Allem unser eigenes Abschneiden interessieren. Nur vornweg noch kurz ein Wort in eigener Sache. Ich kann jede Fanfreude und Emotion im Hinblick auf kommende Spielhighlights verstehen, aber sich jetzt schon die Rostflecken am Auto mit überdimensionalen Fahnen abzudecken, die selbstgeklöppelten WM-Hits und Shirts rauszukramen und dann die östlichste Public-Stimmungs-Gruppe Mitteldeutschlands zu spielen ist eher peinlich, als hilfreich - besonders wenn es wie in erlebten Beispiel von geistigen Dunkeldeutschen und Hymnensummern praktiziert wird.

Aber zurück zum Spiel. Ja, wir gewannen nach gutem Beginn, recht frühem Tor, schwacher mittlerer Phase, erlösendem zweiten Tor und starkem Ende mit - sie haben es schon erraten - 2:0 gegen den so gefürchteten Angstgegner Polen. Nein, nicht weil die spielerisch die absolute Weltklasse verdeutlichen würden, sondern vielmehr, weil sie gerne einmal lustig ausschauende Zeitungsbildchen auf die BILD-Pendante setzen und auch gern einmal vor und nach dem Spiel ein größeres Laufpensum durch die Fußgängerzonen absolvieren als während der eigentlichen 90 Minuten.

Zu loben bleibt für mich vor Allem Clemens Fritz, der lief als gäbe es kein Morgen, eine funktionierende, wenn auch manchmal ein wenig verwirrt koordinierte Abwehr und ein überragender Lukas, ich bin jetzt 23 und spiele gegen mein Heimatland, Podolski. Potenzial nach oben gibt es hingegen vor Allem beim wenig überzeugenden Gomez und auch beim sicherlich unter Normalform besten Deutschen, Michael Ballack. Nur, und so fair muss man mit der Mannschaft sein, für diese Gruppengegner und das bisher gezeigte Niveau sollte es eigentlich reichen.

In diesem Sinne wünsche ich dem Mann in Schwarz, Jogi Löw, viel Erfolg beim Auswerten, Bilanzieren und Anmalen des Spiels und der umfangreichen Vorbereitung auf unseren nächsten Gegner, der uns dann hoffentlich den Einzug ins Viertelfinale Sichert. Ach und wer Statistiken mag, dieser Sieg war unserer erster seit dem EM-Finale 1996 bei einer Europameisterschaft und wenn - hört, hört - wir bisher ein Erstspiel gewonnen haben sind wir dann immer auch gleich Europameister geworden.

In diesem Sinne, auf frohes Statistiken auskramen und Bilanzen schönen. Und hoffen sie mit mir, dass sich die korsofahrenden Extremfans gestern nach ihrer fünfminütigen Alleintour auch wieder gut ins heimische Bett gefunden haben.

Maik

Kreuzungen

2. Juni, 2008 at 21:49 | In Blog | 3 Comments
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Eigentlich sollte es hier ja mit einer Mischung aus Jubelgefühlen aufgrund des Neustadtfestes und einem weiteren  kleinen Einblick in das Leben der Pink-Princess-Pimperella und ihrer debilen Freunde weitergehen.

Aber auf vielfachen Leserwunsch, die am Leben dieser Menschen einfach und berechtigterweise kein Interesse mehr haben und die es nicht interessiert, wer hier wessen Zuckerwatte sein will und wer letztlich mit wem an diesem Wochenende in der Kiste landet, habe ich mich entschlossen, vorerst nicht mehr von dieser Fraktion zu berichten.

Es ist auch nur fair, denn das zur Schau stellen von derart ärmlichen Verhaltensweisen und schwerster Psychosen ist auf Dauer medizinisch bedenklich. Deshalb soll das Motto hier ab heute auch jenes sein, welches mein altbekannter guten Freund vor einer Weile für sich selbst entdeckte: “Alice? Who the …. is Alice.”

In diesem Sinne geht es hier nun wieder in gewohnter Weise weiter, schließlich steht die EM vor der Tür und es gibt hoffentlich viel Interessantes darüber zu berichten. Und zum Neustadtfest bleibt prinzipiell auch nicht mehr zu sagen, als das es eine - vielleicht nicht rundum - gelungene Veranstaltung war. Besonders die irische Band mit ihrem Guiness hatte es mir angetan und versüßte mir drei aufeinanderfolgende Abende. Das ich dann auch das Feuerwerk aus dem heimischen Fenster beobachten dufte, ergänzte das Spektakulum und macht Lust auf die nächsten 25.

Maik

Siege und Niederlagen…

24. Mai, 2008 at 09:40 | In Blog | 4 Comments
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…liegen manchmal doch wirklich eng beieinander.

Blicken wir aus aktuellem Anlass also einmal zurück auf ein aufregendes Wochenenende mit altbekannten Verlierern, gewohnten Gewinnern und dem ein oder anderen völlig erfüllten Klischee.

Zuerst zur Formel 1. Was war das für ein tolles Rennen im verregneten Monaco. Und das, obwohl ich gewiss nicht das bin, was man landläufig als euphorischen Fan bezeichnen würde. Ich schaue mir dieses Jammerspiel der unüberholbaren Autos vielmehr nun schon seit meinem vierten Lebensjahr beiläufig an und fand es tendenziell von Jahr zu Jahr eher uninteressanter als spannend, zumal ich mit dem Schumacher Michi, seinem Bruder und so manch anderen tollen Erscheinungen dieser Rennsportart sowieso nicht wirklich warm wurde.

Doch dieses Chaos-, Regen- und Unfallrennen hatte es seit langer Zeit endlich mal wieder in sich. Ja es konnte mich sogar aus der 24h-Rennstimmung reißen und das ist gewiss nicht einfach.  Da waren plötzlich Leute in den Punkterängen, die das selbst wohl am allerwenigsten geglaubt hätten. Dumm nur, dass die sich - wie im Falle von Adrian Sutil - dann von übereifrigen Finnen wie dem Raikönen Kimi, der wohl das Bremspedal nicht fand, aus der Kurve drücken lassen mussten. Er war also mein sportlicher Verlierer des Tages, wohingegen der junge Wilde, Lewis Hamilton trotz eigenem Fahrfehler und Extrastop dank Safety-car, Regen und nicht zuletzt auch fahrerischem Können als Sieger zur Fürstenfamilie durfte.

Weitere Dramen spielten sich dann auch gleich einige Stunden später beim Grand Prix d´eurovision de la chanson ab. Und als wäre dieses Musikfestival nach Lordi und Co nicht ohnehin schon gebeutelt genug, schickten wir auch noch die “No Angels” ins Rennen. Unsere Haarsprayblinsen lieferten dann auch gleich eine mehr als nur dürftige Performance inklusive schrill und leise daherträllernder Gesangseinlage ab und waren somit wirklich keine Engel. Den Sieg holte - wen wunderts - Russland mit einer teuer erkauften Timbaland-Produktion, die - und ich hoffe das haben nicht nur meine tauben Ohren so vernommen - doch wirklich erschreckend nah auf den Hit “Apologize” passte. Vielleicht mache ich mir die Tage wirklich mal den Spaß und lege die Bänder übereinander, um einmal den genauen musikalischen Vergleich anzutreten und des Meisters kreativen Ruf zu wahren.

Doch auch hier, im Lande der mehr oder minder peinlich anmutenden Sangesspektakel von Spanien, Portugal und Co. gab es heimliche Siegerinnen. Und selbst wenn ich dafür wieder in die Chauvikasse einzahlen darf, so gebe ich offen und ehrlich zu, dass mich die Auftritte insbesondere aus Griechenland und Armenien tief “inspirierten” und ich den Dämchen den Sieg - und damit einen weiteren Auftritt - sehrwohl ein wenig mehr gegönnt hätte, als der Hupfdohle mit dem Hemd auf Halbmast und seiner eislaufenden und wild fiedelnden Hintergrundmaskerade.

Doch nicht zuletzt gab es auch von den einheimischen Laiendarstellern wieder einiges Amüsantes zu berichten. Und wiederum lag es an den vermeintlichen Schönheiten dieser Welt. Denn wie es jedem Mann, der älter ist als 15 sicher schon einmal schmerzlich klar wurde, Frauen sind nicht immer nur für Gutes da. Besonders nicht, wenn es Einen gibt, der dann doch noch ein wenig mehr Gangster und Looser ist, als der dem Ego nach größte Homy östlich der Elbe. Es muss wirklich schmerzlich sein, das auf diese Art festzustellen. Die Hotels waren quasi schon gebaut, das Personal verplant und nun das. Ich wünsche ihm jedenfalls von Herzen alles Gute. Was in guter Bronxtradition mit diesem Fräulein folgerichtig eigentlich passieren müsste und wer in diesem Spektakel der Sieger ist, das überlasse ich allerdings ihrer Phantasie.

Maik

Armes Deutschland

23. Mai, 2008 at 16:17 | In Blog | No Comments
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Was man beim Zappen nicht alles findet. Prompt schlabbern beim zufälligen und völlig naiven Durchschalten des deutschen Vorabendprogrammes Jugendliche mit Migrationshintergrund und völlig zu groß gestrickten kartoffelsackähnlichen Kleidungsstücken über den Bildschirm. Schnell wird klar, was diese perspektivarmen Kids sehnlichst wollen - Rapstar werden natürlich.

Fix ein paar Euro vom Kumpel des Vertrauens geborgt, Hip-Hop-Video mit allen Elementen des echten Gangster-Lebens gedreht -Frauen, Autos, Geld und Kriminalität- und ab geht’s zur Plattenfirma. Dumm nur, das die das tolle Band für ebenso kreativ wie scheiße hält und damit nicht einmal die Toilettenbildschirme freiwillig bespielen lassen will. Zwischendurch gibt es dann auch noch reichlich Zoff mit dem obercoolen, natürlich Sonnenbrille tragenden Gangstergeldgeber, der sich nun eigentlich seinen verdienten Happen vom längst fälligen großen Geld abschneiden wollte und vor dem inhaltlichen wie intellektuellen Nichts steht.

Doch davon lassen sich unsere erfolgsorientierten und natürlich keine Alternative besitzenden Hauptschulhomies nicht abschrecken. Sie ziehen - ohne Erlaubnis des Geldgebers, der es dummerweise versäumt hat ein ordentliches Vertragswerk abzuschließen und nun sein gesamtes Budget in den Rachen der vorlauten und garantiert talentfreien Jugendhiphopper geschleudert hat, ohne es je wiederzusehen- zur oberkrassen Redaktion der Jugendabteilung einer großen deutschen Teeny-Zeitung.
Und siehe da, kaum sind hirnfreie Menschen unter sich, findet man die Musik und das Video plötzlich toll, weil es doch in die ganz neue und trendige “dirty south crunk style”-Ecke geht, die in Deutschland ja bisher noch keiner so recht bedienen wollte. Und das das junge Mädchen mit den Filzhaaren dann auch noch originale amerikanische Roots hat macht das Projekt Erfolgskurs dann nochmal so vielversprechend - sagt zumindest der kalkweiße Mann Mitte 40 im karierten Hemd und einem Akzent, der auf eine südliche Ecke Deutschlands schließen lässt.

Und sie können es sich sicher denken, an dieser Stelle bricht die tolle und hochseriöse Berichterstattung des großen deutschen Senders mit dem Ball einfach und unvermittelt ab. Die kleine Rotzgöre ohne Stimme oder IQ bekommt ein viertelseitiges Spezial über den neuen Stern am deutschen Hip-Hop-Himmel direkt neben Handywerbung und den neuesten Klingeltönen und damit ist ihre neue, sprunghafte Karriere ja auch schon so gut wie sicher. Was aus den finanziellen Problemen wird, ob sie es nochmal schaffen werden einen niedlichen Dreizeiler für ein 4-Minuten Hip-Hop-Feuerwerk zu verarbeiten oder ob sich dann doch eher die Schulbehörde einschaltet, um die kleinen möchtegern “dirty south crunk styler” wieder in die achte Klasse zu schleifen wird nicht gesagt.

Was bleibt mir nun dazu zu sagen? Dass es solche Entwicklungen auch in heimischen Kreisen gibt, war mir ja bereits bekannt. Doch bis zum Musikvideo hat es hier glücklicherweise noch nicht gereicht, obwohl die Besetzung und Ausstattung mindestens genauso viertklassig wären, wie in diesem Beispiel.

Doch warum tun wir armen Menschen, die es nicht besser wissen können, so etwas immer wieder an? Warum -und da oute ich mich jetzt ganz bewusst als “Bohlen-Freund” - sind wir nicht ehrlich und aufrichtig genug, um diesen Menschen direkt und ins Gesicht zu sagen, das aus ihrem verblendeten Traum nie mehr als Hintertürrap und Gossenhiphop werden wird -amerikanische Roots hin oder her. Gehen Freude am Versagen und Exhibitionismus der seelischen Grausamkeit wirklich so weit?

Denken sie mal drüber nach.

Maik

eine Bilanz

11. Mai, 2008 at 23:59 | In Blog | 7 Comments
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Jeder, der mich kennt wird wissen, das ich von Statistiken und Zusammenfassungen nicht viel halte.

Dennoch ist es durchaus interessant zu sehen, wie viele Benutzer sich täglich und absolut was genau auf meinem Blog ansehen.

Und ich muss sagen, knapp 2400 Besuche bei nur 25 Beiträgen sind eine tolle Leistung. Was bleibt einem da Anderes übrig als einmal kurz zu verschnaufen und mit frischer Tatenkraft weiterzumachen, allerdings nicht ohne sich vorher bei der regelrechten “Fangemeinde” zu bedanken.

In diesem Zusammenhang ist es auch zu erwähnen, das es an der Buchfront wiedereinmal Neuigkeiten gibt. Das Buch ist prinzipiell fertig und sucht nun nur noch eine recht kostengünstige Druckmöglichkeit, bestenfalls farbig und in einer größeren Stückzahl. Ziel ist es auf jeden Fall bis spätestens August in die Auslieferungsphase einzutreten.

Wer also Vorschläge für einen Druck oder aber eine Anspruchserklärung loswerden will, der ist hiermit nochmals aufgefordert das zu tun.

Maik

P.S. Einige besonders aufdringliche, gangführende Stammleser habe ich sogar so ins Herz geschlossen, das sie die nächsten Tage Post erhalten.

Impressionen…

11. Mai, 2008 at 23:58 | In Blog | 4 Comments
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…aus unserer tollen Landeshauptstadt gibt es heute taufrisch und munter zu berichten.

Denn lockte Dresden bisher mit tollen Straßenzuständen, Baumsitzern, grandiosem Fußball und brennenden Weihnachtsständen, so kommt in diesen Tagen ein ganz besonderes Spektakulum zum reichhaltigen Kulturangebot der Landeshauptstadt hinzu.

EVA, das evangelische Jugendfestival, hat hier seine Zelte in und rund um der Frauenkirche aufgeschlagen, um die Ungläubigen dieser Welt ein Stück weit zu bekehren. Und was EVA alles tut ist für mich als eingefleischten Heiden beinahe nicht zu begreifen: EVA hilft, EVA rockt, EVA gospelt, EVA kickt, EVA cremt dich ein und so weiter. Und was natürlich keineswegs vergessen werden darf, EVA stattet dich mit grässlich augenvernichtend gelben, oder unschuldsweißen T-Shirts aus und entertaint dich mit tollen Musik- und Showeinlagen.

Das Motto ist also sinngemäß: Kirche meets Popkultur. Nur dumm, dass die sich so recht nicht einstellen will. Die Menschen sehen genauso aus, wie man sie sich vorstellt. Mit handgenähten T-Shirts und Hosen, Haaren wie Jesus höchstselbst und einem auch ansonsten eher asketischem Auftreten. Und auch die umfangreiche Aufklebersammlung auf dem Gelände mit Parolen wie “Heidenspaß statt Höllenqual” von diversen Anti-Bewegungen tragen nicht so recht zum happy-woodstock-Kirchenfeeling bei.

Nichtzuletzt sind es aber auch die charismatischen Kirchenkleindarsteller selbst, die sich mit Streitereien live auf der Bühne zur Lächerlichkeit verdammen.

Letztlich also ein durchaus guter Versuch der Kirche sich fit für die Zukunft zu machen und mittels der Rock/Popkultur den Sprung ins nächste Jahrtausend endlich zu schaffen. Dumm nur, das Religionsverdrossenheit hier nicht nur ein Wort bleibt und das Gesamtbild mit der Vorstellung eines nonkonformistischen Menschen eine optische Symbiose eingeht.

Maik

ein ganz normaler Tag

11. Mai, 2008 at 23:57 | In Blog | 2 Comments
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Ja, was für ein Tag. Hatte ich vorgestern noch gepredigt, dass man nur genau hinsehen möge um etwas Interessantes zu sehen, so bewahrheitete sich dies schon in den ersten paar Stunden des gestrigen Wochenendanfangs.

Wir stellen uns einen wirklich gutaussehenden Lexus vor, der sich mit rasanter Geschwindigkeit aus einer Gartenanlage einer Hauptstraße nähert. Nicht etwa mit Absicht, nein sondern vielmehr weil die ortsansässigen Behören eine komplett depperte Umleitung mit einspuriger, kaum befahrbarer Straße und fehlender Beschilderung planen. Erschwerend kommt in diesem Falle aber dazu, dass der Fahrer des Lexus zu allem Übel auch noch einen Cowboyhut und seine Beifahrerin die passende Weste trägt. Also rauf auf die Hürde, schließlich hat man ihnen im Autohaus sicher eingeredet, das der Lexus für die Prärie genauso gut geeignet wäre wie ihr bisheriger Mustang (ich meine das Pferd, nicht das Auto).

DIe Konsequenzen sind so einfach wie lautstark. Ratzfatz macht es kawumm und das Auto hängt wunderbar schräg fest. Und beim anschließenden Rückwärtsfahren hören wir das liebliche Geräusch kratzenden Metalls im Nahkampf mit groben Steinen und Asphalt gleich nochmal. Und auch die anschließende lebhafte Diskussion, die einen Satz wie: “Ich kann das auch.” oder aber “Du dumme Sau.” beinhaltete war ein tolles frühmorgendliches Erlebnis.

Das die netten Bergbewohner mit ihrer ramponierten und wertgeminderten Gefährt dann auch noch 400 Meter rückwärts einen unbefestigten Weg herunterfuhren, anstatt kurzerhand zu wenden, fällt dann kaum noch ins Gewicht. Fraglich ist auch, wie sie in rasanter und unkoordinierter Rückwärtsfahrt die 90°-Kurve gemeistert haben, die uneinsehbar und von massiven Zäunen begrenzt, die Fahrt behinderte.

Ich werde es vermutlich nie erfahren, schade eigentlich, denn es war wirklich ein schönes Auto.

Die weiteren Erlebnisse des Tages waren dann eher psychosozialer und kultureller Natur. Schließlich gab es eine hochkarätige Festivität mit wunderbarer kultureller und gastronomischer Betreuung nebst gewollter - und ungewollter- klärender Gespräche mit Menschen, die dazu in der Lage sind und Jenen, die es eben gerne wären. Darüberhinaus gab es auch noch ein kurzes Gespräch mit einem Insider in der hierzulande sehr bekannten “Pommes-Affäre” mit brisanten, neuen Details.

Was bleibt also? Das Geräusch des Fahrzeuges oder das der trällernden Musikanten oder des abgequälten hirnfreien Alleinunterhalters? Das erfolgreiche oder das von vornherein gescheiterte Gespräch? Zurück bleiben letztlich Impressionen und ein zufriedenes Grinsen über einen erfolgreichen Tag.
Maik

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