Impressionen…
11. Mai, 2008 at 23:58 | In Blog |Tags: Dresden, EVA, Kirche, Popkultur, Privat
…aus unserer tollen Landeshauptstadt gibt es heute taufrisch und munter zu berichten.
Denn lockte Dresden bisher mit tollen Straßenzuständen, Baumsitzern, grandiosem Fußball und brennenden Weihnachtsständen, so kommt in diesen Tagen ein ganz besonderes Spektakulum zum reichhaltigen Kulturangebot der Landeshauptstadt hinzu.
EVA, das evangelische Jugendfestival, hat hier seine Zelte in und rund um der Frauenkirche aufgeschlagen, um die Ungläubigen dieser Welt ein Stück weit zu bekehren. Und was EVA alles tut ist für mich als eingefleischten Heiden beinahe nicht zu begreifen: EVA hilft, EVA rockt, EVA gospelt, EVA kickt, EVA cremt dich ein und so weiter. Und was natürlich keineswegs vergessen werden darf, EVA stattet dich mit grässlich augenvernichtend gelben, oder unschuldsweißen T-Shirts aus und entertaint dich mit tollen Musik- und Showeinlagen.
Das Motto ist also sinngemäß: Kirche meets Popkultur. Nur dumm, dass die sich so recht nicht einstellen will. Die Menschen sehen genauso aus, wie man sie sich vorstellt. Mit handgenähten T-Shirts und Hosen, Haaren wie Jesus höchstselbst und einem auch ansonsten eher asketischem Auftreten. Und auch die umfangreiche Aufklebersammlung auf dem Gelände mit Parolen wie “Heidenspaß statt Höllenqual” von diversen Anti-Bewegungen tragen nicht so recht zum happy-woodstock-Kirchenfeeling bei.
Nichtzuletzt sind es aber auch die charismatischen Kirchenkleindarsteller selbst, die sich mit Streitereien live auf der Bühne zur Lächerlichkeit verdammen.
Letztlich also ein durchaus guter Versuch der Kirche sich fit für die Zukunft zu machen und mittels der Rock/Popkultur den Sprung ins nächste Jahrtausend endlich zu schaffen. Dumm nur, das Religionsverdrossenheit hier nicht nur ein Wort bleibt und das Gesamtbild mit der Vorstellung eines nonkonformistischen Menschen eine optische Symbiose eingeht.
Maik
4 Kommentare »
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so siehts aus. als kleine Shoppingwunder aka JUly und Claudi, waren wir natürlich am Samstag auch mal wieder in unserer schönen Landeshauptstadt. Und was haben wir nich alles gesehen. Jesus stand mindestens 3x vor uns und auch Jünger gab es wohl nich nur 12 mal. Auch die Musik erinnerte ein wenig an eine Mischung zwischen Kreuzchor und Tokio Hotel.
Ich selbst als braves Pfarrersenkelkind, kann dazu nur sagen, dass man es vielleicht doch nicht immer übertreiben mss. Glauben hin oder her.
Kommentar von july :) — 13. Mai, 2008 #
Hallo!
Ich kann dazu nur eines sagen: Ich bin zutiefst enttäuscht. Im Text klingt es so, als wärst DU live dabei gewesen, und wenn ich darüber nachdenke, dass ausgerechnet DU dich in den tödlichen Sektensog der Hardcorechristen ziehen lässt, bin ich sehr erschüttert. Bitte sag, dass DU nicht wirklich dabei warst!
Trotzdem: Das ist es, was deine Leser sehen wollen, auch wenn du riskierst, dass alle “[...] mit handgenähten T-Shirts und Hosen, Haaren wie Jesus höchstselbst und einem auch ansonsten eher asketischem Auftreten [...]” deine Seite vorerst nicht mehr besuchen werden.
Lasst uns also, liebe Mitleser, unser Buch aufschlagen und Beten. Denn auch Atheismus ist eine Bewegung, die sich in die Religionsfreiheit einordnen sollte.
Beste Grüße
Flo
Kommentar von Flo — 17. Mai, 2008 #
Doch ich war da lieber Flo. Denn zum Besiegen oder zumindest zum besseren Verstehen eines Feindes/Feindbildes gehört die genaue Kenntnis über Sitten, Bräuche und Gewohnheiten doch auch immer dazu, oder?
Maik
Kommentar von maikswelt — 17. Mai, 2008 #
Ganz genau, der Meinung bin ich ebenfalls. Gott hat zu mir gesprochen.
Kommentar von Flo — 18. Mai, 2008 #