Armes Deutschland

6. Mai, 2009 at 17:16 | In neu | 15 Comments
Tags: , , , , , , ,

Was ist nur los mit dem Land der Dichter und Denker? Sicher, heutzutage ist es längst zu dem der Doofen und Stänkerer verkommen, aber trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, dass auch bei diesem ohnehin kaum noch vorhandenen Basisniveau, der Trend noch weiter noch unten zeigen kann.

So quälte sich das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gestern mit der immens wichtigen Frage, wie viel Nachnamen sich eine Bundesdeutsche so, rein rechtlich gesehen, auf das Türschild klöppeln darf.

Et voila, es sind zwei. Das ist ja mal gut zu wissen.

Meiner Meinung nach ist das auch völlig ausreichend. Ich selbst bin sogar –bescheiden wie ich eben bin- mit nur einem Nachnamen völlig zufrieden.
Doch wer meint, diese Lappalie würde nun so einfach wieder in jener Versenkung verschwinden, aus der sie einst gekrochen war, der hat natürlich weit gefehlt. In Dunkeldeutschland passiert schließlich nichts einfach so. Nun entbrennt stattdessen überall die Debatte worin sich der Staat eigentlich einmischen darf und worin nicht.

Doch Moment, halten wir uns nochmal kurz vor Augen worum es in diesem Fall eigentlich konkret ging. Um Nachnamen, genauer gesagt um den Einzelfall einer Dame, die meinte sie müsse auch nach der Hochzeit ihre Praxis unter ihrem eigenen Namen plus dem Doppelnamen des Mannes weiterführen.
Und daran hat ja grundsätzlich auch keiner etwas auszusetzen. Nur verbitten sich die Behörden eben, das sie dieses absurde und ellenlange Namenskonstrukt auch in offiziellen Eintragungen verwendet. Eine Entscheidung die ich jedenfalls durchaus nachvollziehen kann. Schließlich weiß ich auf die Schnelle jetzt zwar nicht auf welche Größe das Durchschnittsklingel- oder Briefkastenschild in Bundesdeutschland so genormt ist, aber ich schätze mal mehr als ein Dr. oder Dipl. Ing. plus Doppelnamen passt da jetzt schon nicht drauf.

Wie hätte das dann also in Zukunft funktionieren sollen? Anbauen? Norm ändern? Alle Hersteller verklagen?
Dann schon lieber ein fragwürdiges und durchaus bescheuertes Urteil, das wenigstens eine praktikable Entscheidung fällt und obendrein die dümmlichdeutsche Gesetzeslandschaft auch noch um eine zusätzliche Hirnrissigkeit bereichert. Schließlich darf einem in Zeiten der genormten Bananen und Gurken schließlich nichts mehr wirklich blöd vorkommen, oder?

Letztlich und endlich kommen wir nun noch zu den Frauen, die Deutschland in diesem Tagen bewegen. Und nein, es handelt sich dabei natürlich nicht um unsere Superkanzlerin Angi, die wie gewohnt in Krisenzeiten durch Abwesenheit und Unauffälligkeit zu glänzen weiß. Frei nach dem bewährten Motto: 70% wissen zwar nicht was sie tut, aber 2/3 sind vollkommen zufrieden mit ihrer Arbeit.

Nein, vielmehr geht es vor Allem um unsere SuperfamilienmehrfachmutterundAkademikerinministerin Ursula.

Die hat es sich ja bekanntlich zur Aufgabe gemacht die Kinderpornografie, koste es was es wolle, zu bekämpfen. Und weil das dann doch nicht ganz so einfach ist, wie es sich vielleicht anhört, dachte sie sich eben, dass man ja kurzerhand das Internet auch einfach ein bisschen zensieren könnte.

Klappt schließlich bei den Chinesen auch so super, warum dann nicht auch hierzulande. Klar, denn wenn man etwas schon nicht wirkungsvoll bekämpfen kann, so kann man es ja zumindest erst einmal für den Ottonormalbürger ausblenden. Das ist dann schließlich schon fast so, als gäbe es das nicht mehr.
Im Endeffekt nützt das zwar nichts und die wirklichen Täter lassen sich von ein paar bunten und bedrohlich wirkenden Stopseiten sicher nicht abschrecken, aber hey, keiner hat gesagt die Ursel könnte zaubern. Es ging schließlich nur darum zu zeigen, wir tun etwas, egal was. Und das tut sie ja nun wirklich, da kann Keiner etwas sagen. Dumm nur das dabei ab und an auch dieser feministischen Gleichberechtigungsgranate ein Fehlerchen unterläuft.

Wie neulich, als man dummerweise öffentlich nicht nur über Kinderpornografie sprach sondern nein, vielmehr kurzerhand sogar ein paar Dinge zeigte, die man wohl besser an dieser Stelle für sich behalten hätte. Jetzt hagelt es nämlich Strafanzeigen gegen Sie. Aber keine Sorge, auch das wird unsere Superursula -die von ihren Fans mittlerweile schon demütig Zensursula genannt wird- auch nicht davon abhalten können ihre göttliche Vision vom unsichtbaren Internetverbrechens durchzusetzen. An dieser Stelle dafür ein herzliches „Weiter so!“ von mir.

Last but not least kommen wir zum deutschen Fastsuperstar Annemarie. Ja, die ist wirklich zu bedauern. Nichts hat geholfen: Klagewelle, Ausziehen, Rumgiften, wieder Ausziehen, mit der Bild anbändeln, Ausziehen, Rumgiften, Jury beleidigen – all das hat (außer einem Spitzenimage) letztlich rein Garnichts gebracht.
Und dabei hatte sich unsere Annemarie doch so viel mehr angestrengt als die anderen.

Doch halt, jetzt wittern wir wieder Morgenluft. Denn, welch Skandal, es gab eine Panne.
Ein paar Stimmen wurden durch einen Ansagefehler vermutlich auf die falsche Seite gerechnet und das könnte letztlich ja heißen das –oh Gott- Annemarie vielleicht doch noch im Finale?

Nein. Der Supersender RTL ist natürlich über jeden Fehler erhaben, man hat ja für solche Fälle sogar auch einen eigenen Notar und damit ist das Ergebnis weiterhin rechtens.
Schade Annemarie, aber viel Glück bei gZsZ, 9live, BB oder wo immer es dich hin verschlagen wird. Nur bitte, nie wieder singen und ausziehen, bitte.

Maik

15 Kommentare »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

  1. Schon, du fauler Sack du. Der Klarseher antwortet mir auch nicht. Komm, gib mir was zum Lesen und amüsieren ;)

  2. Morgen, heute bin ich wirklich eindeutig zu faul dazu. Außerdem ist die Themenwelt im Moment auch nicht wirklich berauschend.

  3. Ach ja? Jemand hat Strafanzeige gegen Zensursula gestellt, weil sie auf ihrer Pressekonferenz Kinderpornografie gezeigt hat ;)

  4. Wirklich? Hehe, wie gesagt, morgen…Dann schlagen wir gekonnt die Brücke zwischen der Zensursula, der Annemarie, den Dreifachnamen und ein paar anderen Sachen, die es wohl nur in Deutschland geben kann.

  5. Hehe, die Dreifachnamen waren nicht mal mir eine Erwähnung wert, und mir war heute wirklich langweilig ;)

  6. so auf vielfachen Wunsch nun doch noch ein kleines Teilupdate.

  7. Ach, da freu ich mich doch ;)

  8. wie wärs denn damit:
    Die Bundesregierung will jetzt ein Gesetz verabschieden, was Paintball gesetzlich verbietet. Weil Paintball trainiert ja bekanntlich das gezielte Töten von Menschen und jeder Paintballspieler muss deshalb ja eín Amokläufer sein.

    Vermutlich kommen die mit solchen Lügereien auch noch durch.
    Die Wähler die sie durch dieses Gesetz bei den Jugendlichen verlieren werden sie doppelt bei den Senioren, die diesen Mist glauben, wiederbekommen…

  9. Hmm, das wäre dann immerhin was für das Ausland, denn wie beim Tanken bekommen wir dann eben den Paintball „ich bin ein potenzieller Killer“-Tourismus. Doch halt, nicht so laut, nicht das die EU bei nächster Gelegenheit auch noch auf diese absurde Verbotsidee kommt…

    Maik

  10. Hey, die roten Kugeln sehen immerhin aus wie Blut. Wie BLUT!! Da muss man doch eingreifen!! ;)
    Übrigens, hast du schon die persönliche Danksagung vom Klarseher an mich gesehen? Guckst du hier:
    http://dieweltwieichsiesehe.wordpress.com/2009/05/06/links-des-tages/#comments
    Das ist wirklich Realsatire in ihrer reinsten Form :D

  11. Gibt doch aber auch grüne, gelbe, blaue Kugeln…bleiben die denn erlaubt?

    Maik

  12. hab wieder was interessantes aus studivz diesmal:

    Am gestrigen Tag schoss Herr Dr. Wiefelspütz (SPD) Fachsprecher für Innenpolitik mit folgender Antwort zu Fachbegriffen wie DNS und TLD deutlich über das Ziel hinaus:
    _______________________________________
    Sehr geehrter Herr _____,

    was soll denn ein „Computer“ sein, was soll „Internet“ sein?

    Ich habe diese Begriffe noch nie gehört oder gelesen. Ich stamme nämlich aus dem vergangenen Jahrtausend.

    DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI oder was?

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
    _______________________________________

    Gut das er nur u. a. für unsere Innenpolitik zuständig ist. Ebenso hält Dr. Wiefelspütz das spielen von Paintball für sittenwidrig.

    Url: http://tinyurl.com/rb3a85
    Quelle: Abgeordnetenwatch.de

  13. Ui, das ist toll, gell? Hab ich auch schon drüber gebloggt. Der Wiefelspütz ist so ein Widerling, das geht auf keine Kuhhaut. Angeblich war das nur „drastischer Humor“, weil der Fragensteller ihn „ganz offensichtlich“ unterstellt hat, er sei ein Computerdepp. Mit anderen Worten: Fragen zur Qualifikation sind unerwünscht, der gute Herr Richter a.D. ist grundsätzlich für jeden Mist qualifiziert, zu dem er seinen Senf dazu geben will.

  14. naja er ist ja nicht der einzige unser Politiker, die von Computer jetzt nicht so wirklich eine Ahnung haben.

  15. Ich schau mir das dann morgen mal an und update auch dann wieder. Heute ist mir – aus gegebenem Anlass- nicht danach, vielleicht aber auch dazu morgen mehr.

    Danke für euer Verständnis.

    Maik


Kommentieren

XHTML: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Bloggen Sie auf WordPress.com. | Theme: Pool by Borja Fernandez.
Entries and comments feeds.